tusky tales

8. März 2015

A Tusky Tale

Heute möchte ich euch einen kleinen Zeichentrickfilm vorstellen, den ich im Laufe meines Studiums animiert habe und der mir sehr am Herzen liegt.
Er handelt von einem Narwal, der das Wichtigste in seinem Leben verliert: Sein Horn. Zuerst denkt er, dass er ohne sein Horn nichts wert ist, doch er findet bald heraus, dass alles eine Frage der Perspektive ist.
Schaut ihn euch mal an:

Ich glaube es ist heute auch endlich mal an der Zeit, über die Inspiration zu dem Kurzfilm zu sprechen. Das ganze ist sehr persönlich und deswegen müsst ihr leider verzeihen, wenn sich der nachfolgende Text etwas merkwürdig liest, aber… here we go:

2012 verbrachte ich das beste halbe Jahr meines bisherigen Lebens in Hamburg bei einem Praktikum bei Daedalic. Weit weg von zu Hause, ganz auf mich allein gestellt, bei der Firma meiner Träume (oder so in der Art). Leider jedoch ging nach wenigen Wochen an diesem großartigen Ort meine langjährige und perfekt geglaubte Beziehung in die Brüche. Die sorgfältig ausgedachten Zukunftsvisionen zerplatzten. Kartenhäuser fielen zusammen. Ich wusste nichts mehr mit meinem Leben anzufangen -melodramatische Handgestik- Wahrscheinlich trifft einen sowas immer härter, wenn man es zum ersten Mal durchmacht, und ich seh das mittlerweile alles etwas nüchterner, aber auf jeden Fall war ich danach ziemlich verloren. Glücklicherweise hab ich eine großartige Familie, die trotz der Distanz jederzeit für mich da war und die mich teilweise sogar während des Tages anriefen, um sicher zu gehen, dass es mir gut geht. Meine Traurigkeit blieb natürlich auch vor Ort nicht lange unbemerkt (es dauerte circa 5 Minuten; gemessen vom Betreten des Büros bis zur ahnungslosen Frage „Wie geht’s?“) und so wurde ich sehr schnell zu Ablenkungsabenden mit den besten Menschen der Welt verdonnert, inklusive Partyhüten, Kieztouren und YouTube-Parties.
In diesem ganzen emotionalen Tohuwabohu (schönes Wort) entstand langsam die Idee zu Tusky Tales. Durch die Unterstützung, die ich von meinen Freunden erhielt und die Arbeit, die genau das war, was ich schon immer machen wollte (aber nicht wusste, dass ich sie wirklich erreichen konnte), fand ich neue Perspektive. Plötzlich hatte ich so viel mehr Möglichkeiten vor mir, die ich vor Trennung irgendwie nicht gesehen hatte. Natürlich dauerte der komplette Heilungsprozess etwas länger, machen wir uns nix vor, aber sagen wir, dass es mir zumindest oberflächlich schon viel besser ging. Als ich dann aus dem Praktikum nach Hause zurückkehrte machte ich mich gleich daran die Idee als Storyboard und Animatic auf’s Blatt zu bringen und ein Jahr später hatte ich diese süße kleine Geschichte von einem Narwal fertig gestellt und war bereit für meinen nächsten Lebensabschnitt.

Kerstin B. lebt heute mit ihrem aktuellen Freund in Hamburg und ist sehr glücklich. Sie arbeitet als freiberufliche Illustratorin und Animatorin für Videospiele und betreibt einen eigenen Blog mit mindestens 4 Besuchern pro Tag. Außerdem gewann sie zweimal beim GameJam von Innogames. BÄM! 

Abschließend hier nun noch nie gezeigte Skizzen:

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