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16. August 2015

Die Zahnfee

Ich liebe 2D Grafik und ich liebe es zu animieren! Das mach ich schon eine ganze Weile, allerdings meistens Bild für Bild und ganz lame mit Photoshop. Tusky Tale, mein kleiner Animationsfilm ist zum Beispiel genau so entstanden. Irgendwann kommt allerdings immer der Punkt im Leben, wo das Alte nicht mehr ausreicht und man sich nach neuen Methoden umgucken muss. So bin ich durch einen kleinen Schubs meiner lieblings Firma (*pssst* Daedalic) über Spine gestolpert. Also das Programm. Nicht meine Wirbelsäule. Das wäre weird.

Spine wurde extra für die Spieleentwicklung optimiert und ist ein Programm, das in meinen Augen Bone-Animation auf das nächste Level hebt. Bone-Animationen, kurz erklärt, ist wenn man eine 2D Grafik zerschnibbelt und dann wie eine Gliederpuppe bewegt. Durch die Möglichkeit sein Modell zu meshen (also ein Mesh – ein Gitter über die 2D Grafik zu legen), kann man es in Spine ansatzweise 3D manipulieren und so richtig coole Effekte erzeugen. Dann hat man auch nicht mehr so das Problem, dass die Animation tot aussieht. (Wie das häufig der Fall ist, bei Bone-Animationen)

Womit fängt man also an, wenn man sich in ein Animationstool einarbeiten will? Rischtisch. Mit einem Walk Cycle. Kam mir auch echt gelegen, dass ich im Rahmen meines Masters eh einen anfertigen sollte. Die letzten Tage hab ich mich in mein Zimmer (ergo meine Wohnung) eingesperrt, fleißig Tutorials geguckt, rumgeklickt, geschimpft und völlig meine Körperhygiene vernachlässigt. Alles zum Wohle der Wissenschaft.
Das Ergebnis ist eine kleine Animation einer debil dreinblickenden Zahnfee. Sie benutzt Papanga-Haargummis (die Dinger, die aussehen wie Telefonkabel, als Telefone noch Kabel hatten) und weil sie blind ist einen Zauberzahn-Stab zur Orientierung (funktioniert elektromagnetisch) . Gut, dass ihre Wimpern wie die Fühler eines Insekts funktionieren, sonst würde sie die ganze Zeit gegen Sachen laufen. (Außerdem nutzt sie ihre Wimpern, um schlafende Kinder abzutasten und ihre Seelen zu stehlen. Das nur am Rande.)
Die kleine Animation ist nicht perfekt und ich hätte noch leicht weitere 30 Stunden daran sitzen können, aber für’s Erste bin ich zufrieden. Ich hatte zwar ein paar Situationen, bei denen ich noch immer nicht weiß, ob es da nicht eine bessere Methode gegeben hätte, aber das ist etwas, was ich an einem anderen Tag (und vermutlich einem anderen Ort) herausfinden muss.
zahnfee_walk

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